Eine Frau, die niedergeschlagen auf eine Flasche in ihrer Hand blickt, auf dem Rücken ein schwerer Rucksack der Last, im Heritage-Fresco-Stil gemalt

Weathered Soul

Der Trost, der mich zerstört

von Marion van den Ende

In meiner Hand die Flasche, auf meinem Rücken der Rucksack, den ich nirgends ablegen kann. Er tröstet mich für einen Augenblick und zerstört mich langsam — und dennoch greife ich immer wieder danach. Ich weiß es, und ich tue es doch.

  • TechnikHahnemühle · Dibond
  • Format100 × 75 cm
  • AuflageAuflage von 24
  • Preis€ 995
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Die Last und die Flasche

Sucht beginnt selten beim Trinken selbst. Sie beginnt bei dem, was ein Mensch mit sich trägt — dem Rucksack auf dem Rücken dieser Frau, schwer und nicht abzulegen. Die Flasche ist nicht die Ursache; sie ist der Notgriff, die kurze Betäubung, die die Last eine Weile leichter macht. Darin liegt die Grausamkeit: Das, was tröstet, ist dasselbe, das zerstört.

Die Kette, die vom Rucksack nach vorn läuft, verbindet die Vergangenheit mit dem Glas in ihrer Hand — was sie trägt und wonach sie greift, sind zu einer einzigen Kette geworden. Ihr Blick ist gesenkt, nicht aus Scham allein, sondern aus Erschöpfung: der Kampf, den von außen niemand sieht.

Dieses Bild verurteilt nicht. Sucht ist kein Mangel an Willenskraft, sondern der Versuch zu überleben, was zu schwer wurde. Die Freskobearbeitung legt die Risse darunter offen — und zeigt ohne Urteil einen Menschen, der Trost an dem einzigen Ort suchte, den sie noch kannte.

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